Freitag, 2. Dezember 2016

Dezembersalon der Galerie Tabe

links: Klaus Jurgeit, rechts: Klaus Märtens und Jasmin Harell, Fotos: R. Schütz
Klaus Märtens von der Galerie Taube hat wieder seinen traditionellen Dezembersalon eröffnet. Eine bunte Vielfalt meist gegenständlicher Kunstwerke von Druckgraphik, von Kaltnadel bis zu Holzstich und Lithographie bis zu Aquarellen und Ölmalerei schmücken den Ausstellungsraum in der Pariser Strasse 54 in Berlin Wilmersdorf.
Einige Künstler begleiteten die Erőffnung: Klaus Jurgeit, Rudolf Stüssi, Jasmin Harell und Archi Galentz. Wenn noch ein Weihnachtsgeschenk fehlt, hier findet man sicher noch etwas!
(Rüdiger Schütz)

Das Vermächtnis der Bücher

Ursprünglich in einer Trilogie mit „Der Bibliophilen-Abend“ und „Die Magie der Bücher“ geplant, erscheint Anfang 2017 im Franzius Verlag das abschließende Buch von Harald Kugler:
Im Kloster Heimondsberg geschehen seltsame Ereignisse, in deren Verlauf zwei Bibliothekare, die den Geist der Bücher geschaut haben, ermordet werden. Erst der Bibliotheksgehilfe Benjamin findet in hinterlassenen Aufzeichnungen ein Traktat, in dem vom Vermächtnis der Bücher sowie von Heilkräften der Wildkräuter in Zusammenhang mit Quellwasser die Rede ist. Über diese Bedeutung führt die Spur schließlich zum Täter.

Harald Kugler, Das Vermächtnis der Bücher
Franzius Verlag, Bremen 2017
ISBN-13: 978-3-96050-043-8

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Die Taschenbuchreihen der 1950er Jahre. Vom Büchersammeln

Von Reinhard Klimmt und Patrick Rössler herausgegeben erschien "Reihenweise. Die Taschenbücher der 1950er Jahre und ih­re Gestalter" Auf LitteratA heist es zu dieser bedeutenden Edition:
"Die Dokumentation reicht über die en­gen Grenzen der Publikationsgeschichte weit in die Geschichte der Alltagskultur des deutsch­spra­chi­gen Raumes hin­ein. Ein be­son­de­res Merkmal der Untersuchung be­steht dar­in, dass die DDR-Taschenbuchreihengeschichte im Gesamtzusammenhang mit Bundesrepublik, Österreich und Schweiz dar­ge­stellt wird. Das ist 26 Jahre nach der Wiedervereinigung bei­der deut­scher Staaten im­mer no­ch die Ausnahme. Reinhard Klimmt ver­weist an entscheiden­der Stelle dar­auf, dass der DDR-Buchmarkt die Entwicklung des Taschenbuches am Ende ein­fach mit­ma­chen musste: »Sie (die Taschenbücher) bie­ten in ih­rer dis­pa­ra­ten Gesamtheit ei­ne klei­ne Kulturgeschichte der Nachkriegszeit. Sie spie­geln die Gesellschaft und die si­ch aus ihr voll­zie­hen­den Änderungen wi­der. Wer ge­n­au hin­schaut, spürt dies in der ge­sam­ten deutsch­spra­chi­gen Taschenbuchliteratur, in Österreich wie in der Schweiz, auch in der DDR, so ge­lenkt sie ge­we­sen sein moch­te. Und wenn wir uns vom rei­nen Inhalt ein we­nig ent­fer­nen und die Taschenbücher als Designobjekte be­trach­ten, die nach ei­gen­wil­li­gen und doch letzt­li­ch plau­si­blen und den Zeitgeist wi­der­spie­geln­den äs­the­ti­schen Prinzipien ge­stal­tet wur­den, kann man an ih­rem Beispiel ei­ne klei­ne Geschichte des Buchdesigns die­ser Jahre er­stel­len.« .....
Die zwei Bände Taschebuchgeschichte sind des­halb heu­te von be­son­de­rem geis­ti­gen Gewicht, ge­gen das die 5,6 Kilogramm phy­si­schen Gewichtes in kei­nem Verhältnis ste­hen. Die Darstellung der Geschichte der Literatur, in die­sem Fall die des Taschenbuches im deutsch­spra­chi­gen Raum, kann un­se­ren Glauben an die Bildung zur Humanität stär­ken und Hoffnung für die Zukunft stif­ten. In ei­ner Welt, in der si­ch al­les im Umbruch be­fin­det, und von des­sen Dimension wir dem Anschein nach no­ch nicht ein­mal deut­li­che Ahnungen ha­ben, ist die­ses Unternehmen der Herausgeber und Autoren nicht hoch ge­nug zu schät­zen. Vielleicht ist es auch ei­ne Reminiszenz an so­zi­al­de­mo­kra­ti­sche Bildungsideale? Wie dem auch sei, oh­ne Bildung und hu­ma­ne in­ne­re Bilder ist un­se­re Kultur ver­lo­ren. »Ohne kul­tu­rel­le Kompetenz kei­ne in­ter­kul­tu­rel­le Kompetenz. Ohne in­ter­kul­tu­rel­le Kompetenz kei­ne Offenheit.« (Matthias Theodor Vogt) Herausgebern und Verlag ge­bührt Dank!"
(Johannes Eichenthal)
... gesamten Artikel lesen.

Reinhard Klimmt und Patrick Rössler: Reihenweise. Die Taschenbücher der 1950er Jahre und ih­re Gestalter.
Mitarbeit von Jane Langforth, Mirko Schädel und Andrea van Dülmen.
2 Bände im Schuber, Leinen, ge­bun­den, Fadenheftung, Kapitalband, Lesebändchen, zahl­rei­che far­bi­ge Abbildungen.
249,00 Euro
Achilla Presse; ISBN 978-3-00-052234-5

Buch des Monats

 L`alphabet est une caille rotie /
Das Alphabet ist eine gebratene Wachtel
Hommage a Paul Stein / 1949 - 2004
Paris/Mainz, 2004
Die Wahrheit im Buch – was heißt das? Versuch einer Betrachtung in Bild und Schrift. Ausgangspunkt des Vortrags ist jener Schriftzug, der als Motto des Klingspor Museums seinen Stand auf der diesjährigen Buchmesse ausstattete. Wohin führt die Überlegung zur Aussage von der Wahrheit im Buch, wenn man sie in Bildern und Textstellen sucht? Zu Bildern aus Spätmittelalter und Barock in den Nationalgalerien in Berlin und London, zu Band 50 der 90 Skizzenbücher von Paul Stein, zu den leergeschnittenen Taschenbüchern von Corinna Krebber. Und natürlich zu der Frage, was das Buch heute als Wahrheitsträger noch leistet.

2. Dezember, 14 Uhr
Eintritt: 4 €, Mtgl. 2 €

è Klingspor-Museum
Herrnstr. 80
63065 Offenbach

Kinderwelten

Am 2. Advent wird im Klingspor Museum die Ausstellung „Kinderwelten. 61. Internationale Kinderbuchausstellung“ eröffnet. Mit Musik und Kinderaktionen. Die traditionelle Ausstellung neuer Bilderbücher aus zahlreichen Ländern zeigt eine Vielfalt von Themenstellungen und Bildsprachen auf. Die offene Präsentation erlaubt das Blättern und ein großer Lesetisch lädt zum Verweilen ein. In den Vitrinen wird eine Auswahl älterer und neuerer ABC-Bücher gezeigt. In vielfältiger künstlerischer Umsetzung wird Kindern das Alphabet im spielerischen Umgang mit Buchstaben nahegebracht.
Den Besucher erwarten neue Bilderbücher zum Blättern, Musik, Kinderaktionen und viele ABC-Bücher – Tieralphabete von Alligator bis Zebra, Buchstaben-Pop-ups, ABC-Gedichte und mehr.

Ausstellung: 4. Dezember 2016 - 12. Februar 2017

è Klingspor Museum
Herrnstr. 80, 63065 Offenbach

Mittwoch, 30. November 2016

Jahresrückblick XVI

Cyanotypien, Linolschnitte, Lithographien, Monotypien, Radierungen und Prägedrucke von Falko Behrendt, Gerrit M. Bekker, Ingrid Goltzsche-Schwarz, Eberhard Hartwig, Rahel Mucke, Sophie Natuschke und Max Stock
I, Goltzsche-Schwarz, Schwäne am Müggelsee, 1981, Kaltnadelradierung
Damit werden in der 97. Ausstellung des Druckgraphik-Atelier zum sechzehnten Mal weitere druckgraphische Arbeiten von diesmal sieben Künstler_innen nebeneinandergestellt, welche im vergangenen Jahr hier ihre Arbeiten präsentierten. Sie vertreten mit ihren Intentionen sowie ihrer Arbeitsweise verschiedene Positionen.
Gegenständlich-figurative Formulierungen stehen in spannungsreichem Kontrast zu stark abstrahierenden Auffassungen. Die thematische Spannbreite erstreckt sich unter anderem von landschaftlichen Motiven, Figuren, Tieren und Märchenhaftes bis zu minimalistischen zeichenhaften Elementarformen im spielerischen Zueinander.
Falko Behrendt, Erntezeit, 2011, farbige Radierung
Es entsteht eine klangvolle Korrespondenz zwischen den einzelnen Werken sowie auch der Werkstatt-Atmosphäre mit den Druckmaschinen und Werkzeugen. Zu sehen sind schwarz-weiße sowie mehrfarbige Arbeiten in sensiblen Abstufungen, die Formate reichen von zirka 9 x 14 cm bis ca. 80 x 60 cm und können eventuell auf Wunsch bei Erwerb auch gleich mit oder ohne Rahmen mitgenommen werden.

Vernissage: 10.12.2016, 17-20 Uhr, sind fast alle Künstler anwesend, Musik: Juri Tarasenok, Bayan
Ausstellung: 10. Dezember 2016 – 24. Januar 2017

Druckgraphik-Atelier
Edition keller-druck
Dietrich-Bonhoeffer-Str. 3
10407 Berlin

Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe

Mit der Ernst Ludwig Presse, Darmstadt beendete die Initiative Buchkultur und die Pirckheimer-Gesellschaft für 2016 ihre Veranstaltungsreihe "Buch, Kultur und Gesellschaft".
Dr. Philipp Gutbrod, Direktor des Instituts Mathildenhöhe Darmstadt war gestern Abend Gast in Mannheim. Er beschränkte sich in seinem Vortrag nicht nur auf Bücher und die Ernst Ludwig Presse selbst, sondern präsentierte die Unternehmungen von Ernst Ludwig (1868-1937) in ihrer ganzen Breite. Der letzte Großherzog von Hessen-Darmstadt hat auf der Mathildenhöhe eine Künstlerkolonie von internationalem Rang errichtet. Die Verknüpfung der Künste gelang in den wegweisenden Gebäuden und eben in den Büchern. Die Leitung der Presse oblag den Brüdern Friedrich Wilhelm und Christian Heinrich Kleukens. Gutbrod berichtete von jüngsten Zugängen im Bereich der Bücher, das verspricht noch viele neue Erkenntnisse im Bereich der Buchkunst. "Die Einladung für Beiträge in unseren Marginalien steht, lieber Philipp Gutbrod." betonte Ralph Aepler.
Das letzte Bild im Vortrag zeigte die russische Kapelle auf der Mathildenhöhe, was ein Blick nach 2017 gestattet, wo die Veranstaltungsreihe "Buch, Kultur und Gesellschaft" sich mit den Russen in den 20er Jahren beschäftigen wird. Neben der Buchkunst werden auch Zeitschriften und die bildende Kunst im kommenden Jahr sich in unserem Programm finden.
Marita Hoffmann, Dr. Philipp Gutbrod

Bye Bye Bypass

MMM-DIARIUM 1/2016

Künstlerische Arbeiten von Freddy Flores Knistoff, Dietmar Becker, Thomas Barczyk, An Paenhuysen und Hartmut Andryczuk, Lektorat: Wolf Rosenthal
Foto: Thomas Barczyk
Diarium von Hartmut Andryczuk vom 1. Februar bis zum 30. April 2016. Themen: Charité Berlin Mitte, Station 203 i – Übermalung von Adolf Hitler – Orgie mit mir selber – International Fair Directory (nach mexikanischem Recht) – Leipziger Buchmesse mit August Kubizek – "Nacht, Regen, klappernde Knochen – Analyze me" (Tricky) – Zeichnen mit dem iPad Pro 12,9" – Diebstahl beim Sammlertreff im Wiener Café

Hybriden-Verlag 2016
Reihe: MMM-Diarium
Auflage: 30 Exemplare
300 €

4. Berliner Antiquariatstag (3)

Durch Klick auf diese Präsentation von Michael Solder, Münster können weitere Fotos vom Berliner Antiquariatstag, aufgenommen von Ursula Saile-Haedicke, aufgerufen werden.

Dienstag, 29. November 2016

Buchkunst aus Bochum

In der Stadtbücherei Bochum läuft derzeit die Ausstellung "Von der Proletenpresse zur Edition Wort und Bild", die Laudatio anlässlich der Eröffnung wurde hier vorgestellt.
Zu dieser Ausstellung wurde durch Dr. Joachim Wittkowski und Studenten der Ruhr-Universität Bochum eine Dokumentation erarbeitet, die neben einer Bibliographie der 1969 gegründeten Proletenpresse und der daraus 1979 hervorgehenden Edition Wort und Bild von H. D. Götzenleuchter und einer Exponatebeschreibung der Ausstellung auch 7 Aufsätze zur vorgestellten Buchkunst aus dem Ruhrgebiet enthält.
Hier auf diese Edition und die Ausstellung hinzuweisen bot sich nicht nur an, weil in Bochum Buchkunst in fast 50jähriger Tradition vorgestellt wird, sondern auch, weil sich unter den Exponaten der Ausstellung auch einige Werke des Pirckheimers Wolfgang Windhausen finden. Und unter den Literaturhinweisen zur Dokumentation finden sich natürlich auch die Marginalien, Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie.

Ausstellung: 18. November 2016 - 31. Januar 2017

Zentralbücherei Bochum
Gustav-Heinemann-Platz 2-6, 44777 Bochum

Dokumentation: Buchkunst aus Bochum
Hrsg.: Proseminar am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität
Bochum, 2016
Schutzgebühr 5 €

Sensation – Propaganda – Widerstand

500 Jahre Flugblatt: von Luther bis heute

Ohne das Medium des Flugblatts hätten die reformatorischen Gedanken Martin Luthers niemals das Echo gefunden, das Luther zu einem der wichtigsten Protagonisten der Neuzeit gemacht hat. Das durch den Druck mit beweglichen Lettern möglich gewordene Massenmedium Flugblatt sorgte im 16. Jahrhundert für die Berichterstattung über aktuelle Themen und stellte eine bis dahin nicht gekannte Öffentlichkeit her. Die Ausstellung, die sich – ausgehend vom Lutherjahr 1517 – der Geschichte des Flugblatts bis in die heutige Zeit widmet, fragt nach der gesellschaftlichen Wirkmächtigkeit von Flugblättern und holt das Publikum dort ab, wo es heute steht: Auch die Zeit der digitalen Netze kennt den »Blätterwald«.
Die Ausstellung wird mit dem Vortrag »Flugschrift im Flugschutt« von Uwe Warnke eröffnet.

Ausstellung: 9. Dezember 2016 - 23. Juli 2017

Deutsches Buch- und Schriftmuseum
Deutschen Nationalbibliothek
Deutscher Platz 1, 04103 Leipzig

4. Berliner Antiquariatstag (2)

Frau Ursula Saile-Haedicke schickte weitere Fotos vom Berliner Antiquariatstag, die dem Album bei Facebook hinzugefügt werden konnten. Danke!
Das Album kann durch Klick auf das Foto aufgerufen werden.

Dokumentationsbibliothek Herbert Post

Das Antiquariat Thomas Hatry aus Heidelberg hat zum 100jährigen Jubiläum der Burg eine Bibliographie der in den Werkstätten Giebichenstein erschienenen Drucke aus den Jahren 1925 - 1951 und der Herbert-Post-Presse 1953 - 1973 erstellt.
100 Exemplare dieses ansprechend gestalteten Katalogs mit ausführlichen Titelbeschreibungen hat Thomas Harty für Interessenten aus der Pirckheimer-Gesellschaft reserviert, die Bibliographie kann
hier angefordert werden.

Montag, 28. November 2016

Marginalien 223

Eine freudige Nachricht für alle Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft: Den nächsten Marginalien wird eine Radierung von Strawalde in einer der hier abgebildeten Versionen beiliegen.
Aber auch ohne beiliegender Graphik, die traditionell eben nur Mitglieder der Pirckheimer-Gesellschaft erhalten*, lohnt sich der Blick in das Heft 223, welches Anfang Dezember 2016 ausgeliefert wird. Jens-Fietje Dwars nimmt den 85. Geburtstag von Strawalde zum Anlass für eine ausführliche Würdigung des graphischen Schaffens dieses Berliner Malers und Filmregisseurs und Peter Arlt den 90. Geburtstag von Ursula Mattheuer-Neustädt für einen Artikel unter der Überschrift Bilder zur Literatur und zur Heimat. Claudia Fabian gewährt mit seinen Gedanken aus der Bayerischen Staatsbibliothek Einblick in die Sammelleidenschaft – Wissenschaftliche Bibliotheken und ihr Blick auf Sammlungen. Und in einem weiteren Artikel berichtet unter anderem Jürgen Engler unter dem Titel Von Fortschritt und Fortschnitt über Dreißig Jahre Künstlerbücher von Hanfried Wendland.
Strawalde signiert im Beisein des Druckers Dieter Bela die Radierungen für die Pirckheimer, Foto: Hendrik Liersch
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*um eine Mitgliedschaft bei der Pirckheimer-Gesellschaft zu beantragen, bitte hier klicken ...

Ernst-Ludwig-Presse

Der 5. Vortrag der Initiative Buchkultur und der Pirckheimer-Gesellschaft im Rahmen der Vortragsreihe "Buch, Kultur & Gesellschaft" widmet sich einem deutschen Seitenstück zu den englischen Private Presses:
Die Ernst-Ludwig-Presse im Rahmen der
Künstlerkolonie Darmstadt 1899 - 1914
Die Gebäude und Kunstwerke der Künstlerkolonie Darmstadt auf der Mathildenhöhe bilden ein einzigartiges Gesamtkunstwerk, das zwischen 1900 und 1914 geschaffen wurde. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein, Enkel der britischen Königin Victoria, verfolgte mit der Gründung der Künstlerkolonie Darmstadt im Jahr 1899 gleich mehrere Ziele: zum einen wollte er in Darmstadt, der Hauptstadt seines Großherzogtums, ein Zentrum des neuen modernen Stils in Architektur und Kunstgewerbe auf-bauen und zum anderen die vielen Firmen in Hessen durch die Entwürfe der Künstlerkolonie fördern. Ernst Ludwig war bereits in England mit der „Arts and Crafts”-Bewegung in Berührung gekommen und sah hierin einen Ausgangspunkt für die Hinwendung zur materialgerechten und „soliden” modernen Gestaltung. Als Wirkungsort seiner Künstlerkolonie in Darmstadt wählte der Großherzog die Mathildenhöhe, die von den insgesamt 23 Mitgliedern der Künstlerkolonie Darmstadt im Rahmen von vier großen Ausstellungen zwischen 1901 und 1914 in der heute sichtbaren Form gestaltet wurde. Im Vortrag wird die Entwicklungsgeschichte der Ernst Ludwig Presse beleuchtet werden, die 1907 von dem Großherzog als erste Privatpresse in Deutschland gegründet wurde und von den Brüdern Friedrich Wilhelm Kleukens und Christian Heinrich Kleukens geleitet wurde. In der Presse wurden nicht nur aufwendig gestaltete Bücher, sondern auch Plakate, Einladungen, Briefpapier und vieles mehr entworfen, das durch eine weltweite Verbreitung auf die Künstlerkolonie aufmerksam machte.
Dr. Philipp Gutbrod, geboren 1971 in Rochester, New York, studierte an den Universitäten in Heidelberg und München Kunstgeschichte, Öffentliches Recht und Klassische Archäologie.

29. November 2016, 19 - 21 Uhr

Museum Bassermannhaus, C 4, 9
Mannheim

Kaleidoskop einer Leidenschaft

Harald Kugler, Kaleidoskop einer Leidenschaft
Hardcover, 195 Seiten, Preis 14 €
Gerade ausgeliefert und damit noch pünktlich, um bei Bücherfreunden unter dem Weihnachtsbaum zu liegen: Die Geschichten einer Liebe zu den Büchern von Harald Kugler. Diese Erzählungen rund um das Buch und die Bibliophilie, die bislang nur als Einzeldrucke erschienen, werden damit erstmals als Buch herausgegeben und können beim Autor bestellt werden - harald.kugler(at)web.de.

Sonntag, 27. November 2016

4. Berliner Antiquariatstag 2016

Wie bereits beim 2. (2011) und 3. Berliner Antiquariatstag (2012) präsentierte sich auch in diesem Jahr die Pirckheimer-Gesellschaft zu dieser Messe im Hotel Ellington gemeinsam mit dem Berliner Bibliophilen Abend. Unter den 30 Ausstellern am Nebentisch der Pirckheimer Volker Riepenhausen, an der anderen Seite des Saales das Antiquariat Ballon und Wurm, sowie das Antiquariat Tode. Die am Stand, der von Abel Doering betreut wurde, verteilten Faltblätter fanden reges Interesse, genau wie einige Stücke aus der Sammlung Borchmann, die neben Jahresgaben der Pirckheimer-Gesellschaft exemplarisch für ein Sammelgebiet eines Mitglieds vorgestellt wurden.
Der Dank der Pirckheimer gilt insbesondere dem Ausrichter der Antiquariatsmesse, Detlef Thursch, der dieser bibliophilen Gesellschaft die Teilnahme zu äußerst günstigen Konditionen ermöglichte.
Durch Klick auf eines der Fotos können weitere Aufnahmen vom 4. Berliner Antiquariatstag aufgerufen werden.

Edition Wort und Bild

Dr. Joachim Wittkowski würdigt die Buchkunst der Edition Wort und Bild anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung in der Zentralbücherei Bochum, die unter Mitwirkung von Studierenden des Germanistischen Instituts der Ruhr-Universität Bochum erstellt wurde. Durch Klick auf die Abb. kann das Video von der Laudatio auf YouTube betrachtet werden. Zur Ausstellung erschien ein Katalog "Buchkunst aus Bochum | Von der Proletenpresse zur Edition Wort und Bild".
Übrigens: Auf der linken Stellwand ist eine Graphik und das dazugehörige Gedicht von Wolfgang Windhausen, Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, zu sehen.

Zentralbücherei Bochum
Gustav-Heinemann-Platz 2-6, 44777 Bochum

Samstag, 26. November 2016

Das fesselnde Buch

Bei unseren Führungen für Schulklassen erleben die Kinder, wie ein Pappebuch entsteht – von der Druckerei bis zur Pappebuchmaschine. Ab nächster Woche können unsere kleinen Gäste ein ganz besonderes Andenken mitnehmen: Eine Vater und Sohn-Geschichte von Erich Ohser alias o.e.plauen, die sie per Abklatsch vom Klischee selbst herstellen dürfen. Eigentlich wollten wir dafür unseren alten Boston-Tiegel einsetzen, aber die Suche nach einem passenden Schließrahmen gestaltet sich schwierig ...